Fasching aus Hundesicht: Stress statt Spaß
Fasching ist für uns Menschen ein Riesenspaß – für unsere Hunde bedeutet es genau das Gegenteil: Trommeln, schrille Musik, Menschenmassen und verkleidete Gestalten sind für Hunde verunsichernd und angstauslösend. Hunde reagieren mit Zittern, Hecheln, Rückzug oder sogar Panik, wenn sie sich bedroht fühlen. Oder hast du dich mal gefragt, was dein Hund denkt, wenn du plötzlich als Clown verkleidet durchs Wohnzimmer tanzt?
Aus der Hundeperspektive sieht das weniger nach Party und mehr nach einem Horrorfilm aus. Hier ist der Lagebericht aus Sicht deines Vierbeiners:
Das verschwundene Gesicht
Für Hunde ist die Körpersprache und Mimik alles. Wenn du eine Maske aufsetzt oder dein Gesicht bunt bemalst, verlierst du für deinen Hund deine „Identität“.
- Der Schock-Moment: „Wer ist dieses Wesen mit dem starren Plastikgesicht und warum riecht es wie mein Herrchen?“
- Die Folge: Verwirrung, eventuell Knurren oder schlichtes Meiden. Ohne Mimik bist du für deinen Hund unberechenbar.
Kostüm-Monster
Kostüme verändern die Silhouette. Ein Mensch mit riesigen Flügeln, einem Buckel oder wackelnden Antennen auf dem Kopf wirkt auf einen Hund oft bedrohlich.
Besonders schlimm: Aufblasbare Kostüme. Das Rascheln und die unnatürlichen Bewegungen lösen bei vielen Hunden Unbehagen und Angst aus.
Faschingsumzug
Ein Umzug bedeutet: laute Musik, Menschenmengen, ungewohnte Reize. Wenn du deinen Hund trotzdem mitnehmen möchtest, beachtet bitte Folgendes:
Abstand ist Pflicht
- Nicht direkt an Lautsprecherwagen stehen
- Mindestens mehrere Meter Abstand zu Musik- und Motivwagen halten
- Keine Plätze direkt an Engstellen oder Kreuzungen wählen
Achtung bei plötzlichen Geräuschen
Hunde hören etwa viermal so gut wie wir.
- Die Kombination aus dröhnenden Bässen, schrillen Tröten, Trommeln und grölenden Menschenmassen ist für Hundeohren physischer Stress.
- Böller, Sirenen oder Trommelgruppen können Hunde erschrecken.
- Hund gut sichern – am besten am gut sitzenden Geschirr und Leine.
Menschenmengen vermeiden
- Randbereiche statt erste Reihe
- Fluchtweg freihalten
- Hund nicht von Fremden anfassen lassen
Gefährlicher Boden
Was für Menschen ein süßer Regen ist, ist für Hunde ein Minenfeld.
- Schokolade: Hochgiftig für Hunde (Theobromin).
- Zuckerfreie Süßigkeiten: Enthalten oft Birkenzucker (Xylit), was lebensgefährlich sein kann.
- Scherben & Müll: Wo gefeiert wird, liegen oft kaputte Flaschen. Ein Albtraum für empfindliche Pfoten.
VerkLEIDung
Kostüme, Masken oder Accessoires wirken vielleicht niedlich, lösen aber Angst, Unbehagen und gesundheitliche Probleme aus.
Einschränkung der Bewegung – Kostüme oder Accessoires erschweren Laufen oder Springen.
Beeinträchtigung der Sinneswahrnehmung – Hüte, Masken oder Kleidung stören Sehen, Hören oder Riechen.
Stress und Angst – Hunde verstehen nicht, warum plötzlich etwas Fremdes an ihrem Körper ist.
Überhitzung – Viele Kostüme sind zu warm und verhindern effektive Körpertemperatur-Regulierung.
Verletzungsgefahr – Schnallen, Knöpfe oder lose Teile können verschluckt oder verletzend sein.
Unnatürliches Verhalten – Hunde fühlen sich unwohl und können sich dadurch aggressiv verhalten.
Verwirrung im Sozialkontakt – Andere Hunde reagieren auf verkleidete Tiere irritiert.
Mangel an Kontrolle – Das An- und Ausziehen von Kostümen stresst den Hund.
Indem wir den Hunden Geborgenheit, Ruhe und Rücksicht schenken, sorgen wir dafür, dass sie die Zeit unbeschadet überstehen.
Unsere Hunde vertrauen uns, dass wir sie schützen. Lasst uns ihnen zeigen, dass sie auch während der Faschingszeit sicher, geliebt und verstanden sind.